~ eine Fingerübung ~
Dann geht es weiter zum Dosenwerfen und zur Losbude, zum Rosenschiessen und Softeis, Zuckerwatte und Schmalzkissen voller Puderzucker. Und ganz zum Schluss, wenn Mägen und Münder vom Süßen und Fettigem, vom Lachen und Johlen vollgeschlagen schier bersten wollen, dann wird es ganz still um uns beide. Dann bleiben wir stehen, inmitten der Schar Feierwilliger, nehmen uns an beiden Händen und werden ganz eins. Das eins, zwei Hüpfen verlangsamt seinen Takt, dehnt sich in die Tiefe des Augenblicks und lässt mich aufhorchen.
Eins, zwei, Hüpfen! Eins, zwei, Hüpfen! Und aus Spaß wird Ernst, aus einem Vielleicht wird ein Ja, ich will. Ich will mehr als einen Nachmittag auf dem Rummel. Ja, ich will dich. Hüpf mit mir im Takt. Und so wird aus einem Quickstep eine Rumba, allmählich, vorsichtig oder auch entschieden. Hauptsache, es wird, es wird!
Und wenn es doch nicht passen sollte, dann nun gut, so sei es. Der Rummel zieht erst in vier Wochen weiter. Die Walzerbahn wird noch viele Runden bis dahin drehen. Die Türme aus Dosen werden von heftigen Treffern eingerissen werden und lassen den Werfer dennoch nicht gewinnen. Das Softeis wird an den Fingern heruntertropfen und die Zuckerwatte an den Lippen knistern. Die Rosen bleiben am Stand, die Lose gebären Nieten. Und doch will ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich ein anderer zu meinem Tanz gesellt. Eins, zwei, Hüpfen. Es geht weiter. Liebe in Zeiten der Kirmes.
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